- DAZ.online
- DAZ / AZ
- DAZ 12/2004
- Rauchen in der ...
Prisma
Rauchen in der Schwangerschaft fördert ADHS
In Deutschland sind etwa sechs Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung, syn. Zappelphilipp-Syndrom) betroffen, Jungen deutlich häufiger als Mädchen. Als Ursache nimmt man eine fehlerhafte Informationsverarbeitung zwischen Frontalhirn und Basalganglien infolge eines gestörten Neurotransmitter-Stoffwechsels (vor allem Dopamin) an.
Neurophysiologisch führt dies über eine mangelnde Hemmung von Impulsen zu ungenügender Selbstregulation. Es besteht eine genetische Disposition – und es gibt begünstigende Faktoren, wie die an der Mannheimer Universität durchgeführte Studie zum Thema Rauchen in der Schwangerschaft und ADHS belegt.
Im Rahmen dieser Studie wurden Daten von 362 Kindern gesammelt, die in ihrer Entwicklung von der Geburt bis zur späten Kindheit begleitet wurden. Kinder rauchender Mütter zeigten dabei bis zu viermal häufiger Verhaltensauffälligkeiten wie Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität. Hinzu kommt, dass die Kinder im Durchschnitt einen niedrigeren Intelligenzquotienten hatten als die Kinder von Nichtraucherinnen.
Die Studie wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Sie ist ein weiteres Steinchen im immer größer werdenden Mosaik der durch Rauchen und Passivrauchen verursachten Gesundheitsstörungen. bmbf/ral
Quelle: Pressemitteilung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
0 Kommentare
Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.