Opioidkrise

Purdue-Pharma steht vor Milliardenvergleich – und Insolvenz

28.08.2019, 13:59 Uhr

Der US- Pharmakonzern Purdue steht offenbar vor einem milliardenschweren Vergleich zur Beilegung des Großteils an Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der Opioidkrise in den USA.(Foto: imago images / ZUMA Press)

Der US- Pharmakonzern Purdue steht offenbar vor einem milliardenschweren Vergleich zur Beilegung des Großteils an Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der Opioidkrise in den USA.(Foto: imago images / ZUMA Press)


Die Opioidkrise und eine mögliche Mitschuld der Pharmakonzerne beschäftigt die US-Gerichte. Im Gegensatz Johnson & Johnson, wo man es auf einen Prozess ankommen ließ und zu 572 Millionen US-Dollar Strafe verurteilt wurde, hat man sich bei Purdue entschlossen, einen Vergleich zu schließen. Agenturberichten zufolge soll sich die Firma mit den Behörden auf ein Milliarden-Paket geeinigt haben.  Im Gegenzug sollen rund 2000 Klagen fallen gelassen werden. Purdue Pharma sei dann insolvent, heißt es. Die außerhalb der USA  aktive Tochter Mundipharma soll verkauft werden.

Der US- Pharmakonzern Purdue steht offenbar vor einem milliardenschweren Vergleich zur Beilegung des Großteils an Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der Opioidkrise in den USA. Purdue wird, ebenso wie anderen Pharmafirmen, vorgeworfen, mit unangemessenen Werbemaßnahmen für ihre Opioidschmerzmittel geworben zu haben, wobei sie die Risiken aus Profitgier bewusst herunterspielt und so die Opioidkrise in dem Bundesstaat befeuert haben sollen.

Die Eigentümerfamilie des Herstellers des Schmerzmittels Oxycontin (Oxycodon) , Sackler, habe sich mit den Behörden auf ein Paket im Volumen von mehr als elf Milliarden US-Dollar (rund zehn Millarden Euro) geeinigt, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am heutigen Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das wäre damit die bisher höchste Vergleichssumme im Zusammenhang mit der in den USA grassierenden Welle der Opioid-Abhängigkeit. 

Mundipharma soll verkauft werden

Die Firma werde dabei in die Insolvenz geschickt und in eine Stiftung der öffentlichen Hand überführt. Zudem soll die außerhalb der Vereinigten Staaten aktive Tochter Mundipharma verkauft werden. Die Familie Sackler, die den Hersteller seit Anfang der 1950er-Jahre besitzt, soll drei Milliarden Dollar zahlen. Insgesamt sollen so rund 11,5 Milliarden Dollar für die Entschädigung von Opfern der Schmerzmittel-Welle zusammenkommen. Im Gegenzug sollen rund 2000 Klagen von Städten, Bezirken und Bundesstaaten fallen gelassen werden. Das wäre ein Großteil der derzeit gegen Purdue laufenden Verfahren.



dpa-afx / jb
redaktion@daz.online


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