Umfrage unter Betroffenen

Kopfschmerzen und Migräne werden häufiger

Stuttgart - 20.10.2023, 09:15 Uhr

Für den Kopfschmerz- und Migränereports 2023 wurden Betroffene zwischen 18 und 79 Jahren, die in den letzten 12 Monaten unter Kopfschmerzen und/oder Migräne gelitten haben, befragt. (Damir Khabirov/AdobeStock)

Für den Kopfschmerz- und Migränereports 2023 wurden Betroffene zwischen 18 und 79 Jahren, die in den letzten 12 Monaten unter Kopfschmerzen und/oder Migräne gelitten haben, befragt. (Damir Khabirov/AdobeStock)


Eine aktuelle Umfrage zeigt: Sowohl Kopfschmerzen als auch Migräne nehmen zu. Ein Drittel der Betroffenen sucht für die Selbstmedikation den Rat in der Apotheke. Damit unterstreicht der Kopfschmerz- und Migränereport 2023 die Relevanz pharmazeutischer Beratung.

Immer mehr Menschen leiden unter Kopfschmerzen und Migräne. Die Apotheke ist für viele eine wichtige Anlaufstelle für die Beratung und die Empfehlung von Arzneimitteln zur Selbstmedikation. 

Für den Kopfschmerz- und Migränereport 2023 eines Schmerzmittel-Herstellers wurden 3236 Betroffene zwischen 18 und 79 Jahren, die in den letzten zwölf Monaten unter Kopfschmerzen und/oder Migräne gelitten haben, befragt.

38 Prozent der Befragten gaben an, im letzten Jahr mehrmals im Monat von Kopfschmerzen betroffen gewesen zu sein. Im Kopfschmerz- und Migränereport 2021 waren es noch 34 Prozent. Jede:r zehnte gab an, mehrmals wöchentlich Kopfschmerzen gehabt zu haben (2021: 8 Prozent) und 4 Prozent litten täglich (2021: 2 Prozent).

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In der Pressemitteilung des Reports wird auch deutlich: Nicht nur Kopfschmerzen, auch Migräne tritt häufiger auf. Gaben 2021 noch 29 Prozent an, mehrmals jährlich eine Migräneattacke zu erleben, waren es 2023 38 Prozent. Von mehreren Anfällen pro Monat dieser pochenden, einseitigen Kopfschmerzen mit oder ohne Begleitsymptome wie Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit berichteten 2023 24 Prozent, 2021 waren es noch 16 Prozent. 6 Prozent litten 2023 mehrmals pro Woche, 2021 waren es 3 Prozent.

Apotheke erste Anlaufstelle

84 Prozent der Befragten haben immer ein Präparat gegen Kopfschmerzen oder Migräne in der Hausapotheke. Etwa jede:r zweite (49 Prozent) sucht als erste Anlaufstelle eine Apotheke auf, wenn kein Kopfschmerzmittel zur Hand ist, aber benötigt wird. Circa jede:r dritte sucht explizit Rat in der Apotheke, wenn es um die Selbstmedikation bei Kopfschmerzen oder Migräne geht. 

Insbesondere ältere Menschen (36 Prozent der 60- bis 79-Jährigen) gehen in die Apotheke, um zu geeigneten Präparaten gegen Schmerzen beraten zu werden. Am wichtigsten ist allen befragten Patienten eine schnelle Wirksamkeit des Schmerzmittels, gefolgt von persönlich guter Erfahrung mit dem Arzneimittel und guter Verträglichkeit. Der Report verdeutlicht: Die Apotheke und die pharmazeutische Beratung nehmen bei der Selbstmedikation von Kopfschmerzen und Migräne einen wichtigen Stellenwert ein.

Ursache des Kopfschmerzes oder der Migräne

65 Prozent der befragten Kopfschmerz- und Migränepatienten gaben an, Stress sei ein häufiger Grund für die Schmerzen (2021: 61 Prozent). 63 Prozent sahen das Wetter häufig als Ursache ihrer Beschwerden (2021: 47 Prozent). „Viele achten nicht mehr nur auf das Wetter, sondern auch darauf, was dieses mit ihnen macht. Zum anderen nehmen die Wetterextreme auch bei uns zu“, meint Jan-Peter Jansen, Arzt für Anästhesie, Intensivmedizin und spezielle Schmerzmedizin vom Schmerzzentrum Berlin. 

Auch schlechter Schlaf (2023: 51 Prozent) und hormonelle Auslöser bei Frauen (2023: 42 Prozent) wurden als Kopfschmerzauslöser genannt, letzteres vor allem bei den 18- bis 29-Jährigen. Außerdem gab die Hälfte der Befragten „zu wenig getrunken/gegessen“ als häufige Ursache für Kopfschmerzen und Migräne an.

Häufigstes Begleitsymptom Lichtempfindlichkeit

Es wurden auch Begleitsymptome der Kopfschmerzen oder Migräne erfragt. So gaben 63 Prozent an, neben den Schmerzen an Lichtempfindlichkeit zu leiden und 60 Prozent unter Lärmempfindlichkeit. Über die Hälfte der an der Umfrage teilnehmenden Personen bemerkten zudem Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich. 

2020 gaben 28 Prozent an, die Diagnose „Migräne“ erhalten zu haben. Im Report von 2023 sind es bereits 61 Prozent der Befragten, davon 70 Prozent Frauen. In der Pressemitteilung wird vermutet, dass „Migräne mehr ins Bewusstsein der Gesellschaft gerückt ist“ und daher mehr Patient:innen den Schritt zum Arzt oder zur Ärztin wagen.

Neben den gestiegenen Fallzahlen verdeutlicht der Bericht auch, dass Kopfschmerzen und Migräne mit Einbußen in der Lebensqualität einhergehen. Die Patient:innen litten unter eingeschränkter Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Auch Partnerschaften und Freundschaften wurden aufgrund der Beschwerden im Alltag in Mitleidenschaft gezogen, zum Beispiel aufgrund abgesagter Verabredungen oder dem Gefühl, sich nicht genug kümmern zu können. Die Beratung der Patient:innen mit Schmerzsymptomatik, auch in der Selbstmedikation, hat das Potenzial, wieder Lebensfreude zurückbringen.

Literatur

Umfrage zeigt: Prävalenz von Kopfschmerzen und Migräne steigt spürbar. PetersenPartner Health Communicare, Pressemitteilung Oktober 2023

Zusammenfassung des Kopfschmerz- und Migränereport 2023. Sanofi Thomapyrin®


Juliane Russ, M.Sc., Volontärin


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