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Automatisierte Telefonkommunikationssysteme können das Gesundheitsverhalten von Patienten ändern, die Akzeptanz von Impfungen und Screenings erhöhen und sogar klinische Ergebnisse verbessern. Dies sind wichtige Erkenntnisse aus einem aktuellen Cochrane-Review.
Automatisierte Telefonkommunikationssysteme (ATCS) senden Sprachnachrichten und sammeln Gesundheitsinformationen von Menschen, und zwar ganz einfach über die Telefontastatur oder mit Hilfe von Spracherkennungssoftware. Sie könnten damit nützliche Instrumente sein, um den telefonischen Kontakt zwischen Angehörigen der Gesundheitsberufe und Patienten zu ergänzen oder zu ersetzen.
Es gibt verschiedene Arten von ATCS: Einweg-Sprachnachrichten für Patienten (unidirektional), IVR-Systeme (Interactive Voice Response), solche mit zusätzlichen Funktionen wie etwa den Zugriff auf einen Experten (ATCS Plus) oder solche, bei denen ATCS Teil eines komplexen Eingriffs sind (multimodal).
132 Studien mit 4,6 Millionen Teilnehmern
Ein Cochrane-Review hat die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu solchen Systemen aufgearbeitet, die zwischen 1980 und Juni 2015 veröffentlicht wurden. In die Bewertung einbezogen wurden randomisierte, cluster- und quasi-randomisierte Studien, unterbrochene Zeitreihen und kontrollierte Vorher-Nachher-Untersuchungen, die ATCS-Interventionen, mit jedweder Kontrolle oder als Vergleich mit einem anderen ATCS-Typ untersuchten.
132 Studien mit 4,6 Millionen Teilnehmern erfüllten diese Kriterien. 41 Studien bewerteten ATCS im Rahmen präventiver Maßnahmen, 84 für das Management langfristiger Erkrankungen und sieben Studien hatte die Termin-Erinnerung als Schwerpunkt.
Akzeptanz von Screenings erhöht
Hier einige Kernergebnisse der komplexen Auswertung:
- Im Bereich der Prävention erhöhen
ATCS (ATCS Plus, IVR, unidirektional) wahrscheinlich die Akzeptanz von
Impfungen bei Kindern. Nützlich können sie auch für die verbesserte Nutzung
präventiver Screenings sein. Dies zeigte sich zum Beispiel für multimodale ATCS
in Bezug auf das Brust- oder Darmkrebs- sowie
das Osteoporose-Screening. Für die Teilnahme am Gebärmutterhalskrebs-Screening
könnte sich ATCS Plus als sinnvoll erweisen.
- ATCS
wurden in den Studien auch bei spezifischen Krankheiten eingesetzt. Die Effekte
variierten je nach Krankheit und ATCS-Typ. Multimodale ATCS, nicht aber andere
ATCS-Typen, könnten wahrscheinlich mithelfen, Krebs-Schmerzen und chronische
Schmerzen zu verringern.
- Wenig oder gar keine Wirkung zeigte ihr Einsatz jedoch
bei Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, im Hinblick auf die psychische Gesundheit
oder die Raucherentwöhnung.
- In einigen Bereichen, wie dem Alkohol- oder Substanzmissbrauch, Sucht, Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung, HIV/AIDS oder hohem Cholesterinspiegel fanden die Reviewer keine ausreichende Evidenz, um beurteilen zu können, welche Auswirkungen ATCS hier haben.
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