Berufe machen unterschiedlich krank
Laut Report sind die Fehlzeiten aufgrund von psychischen Belastungen in Callcentern und in der Altenpflege besonders hoch. Dagegen leiden Arbeitnehmer in der Entsorgung und der industriellen Gießerei vor allem an Muskel-Skelett-Erkrankungen. „Diese Ergebnisse machen deutlich, welchen spezifischen Krankheitsrisiken die Beschäftigten mit ihren jeweiligen beruflichen Situationen ausgesetzt sind“, erklärt der stellvertretende WIdO-Geschäftsführer, Helmut Schröder. Präventionsangebote sollten daher immer auf die jeweilige Berufsgruppe bezogen werden.
Tätigkeit beeinflusst Erkrankungsart und Dauer
Die drei ersten Ränge der Tabelle mit hohen Fehlzeiten belegen die Berufsgruppen aus den Bereichen Ver- und Entsorgung (30,8 Fehltage), der industriellen Gießerei (29,5) und dem Straßen- und Tunnelbau (27,3). Eher am anderen Ende – dem mit den niedrigen Fehlzeiten – liegen Berufe in der pharmazeutisch-technischen Assistenz (8,9), Ärzte (7) und das Schlusslicht bilden die Berufe in der Hochschullehre & -forschung (3,9). Weil Apotheker bei der AOK weniger als 0,1 Prozent der Mitglieder ausmachen, der WIdO aber nur Berufsgruppen mit höherer Prozentzahl ausweist, gibt es zu ihnen keine Angaben.
Die Gründe für die Höhe der Fehlzeiten liegen vor allem in den berufsspezifischen Anforderungsprofilen, erklärt das WIdO. In körperlich anstrengenden Berufen träten vor allem Muskel-Skelett-Erkrankungen auf, im dienstleistungsorientierten Berufen eher psychische Erkrankungen. Im Durchschnitt sind die psychischen Erkrankungen 2014 wieder angestiegen. Nach einer Stagnation im Jahr 2013 legten sie entsprechend dem langjährigen Trend vor 2013 mit 9,7 Prozent wieder deutlich zu. Sie führen außerdem zu langen Ausfallzeiten. Mit 25,2 Tagen je Fall dauerten sie mehr als doppelt so lange wie der Durchschnitt (11,9).