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Gesundheitspolitik
Westfalen-Lippe: Weniger Apotheken, mehr Arbeitsplätze
"Der Beratungs- und Aufklärungsbedarf in den Apotheken steigt weiterhin an", erläutert Kammerpräsidentin Gabriele Regina Overwiening den Trend zu mehr Apothekenpersonal. Arzneimittel seien per se erklärungsbedürftige Güter. Hinzu käme eine massive Verunsicherung bei den Patienten durch die jüngste Gesundheitsreform. Sie habe das System noch undurchsichtiger gemacht. Overwiening: "Die Politiker haben die neuen Mehrkosten- und Packungsgrößenregelungen verzapft. Und die Krankenkassen verhandeln mit den Pharmaherstellern immer neue Rabattverträge aus. Aber wir Apothekerinnen und Apotheker müssen diesen ganzen Wahnsinn unseren Kunden und Patienten erläutern."
Darüber hinaus erwiesen sich die Apothekerinnen und Apotheker in Westfalen-Lippe erneut als besonders fortbildungsfreudig. Die Zahl der Teilnehmer an den Fortbildungen der Kammer stieg um 10 Prozent von knapp 23.000 auf über 25.500. "Damit hat jeder Pharmazeut, der in einer öffentlichen Apotheke tätig ist, im Schnitt sechs Seminare oder Vorträge unserer Kammer besucht", so Vizepräsident René Graf. Damit liege man um gut 100 Prozent über dem bundesweiten Schnitt. Allerdings: Seit November 2010 ist die Nachfrage nach Fortbildungen wieder gesunken. Graf erklärt auch dies mit der jüngsten Gesundheitsreform. Sie treibe viele Apotheken in wirtschaftliche Engpässe, manche gar in die Existenzkrise. "Wer wie die Bundesregierung so stark in die Wirtschaftskraft der Apotheken eingreift, darf sich nicht wundern, wenn dies auch die pharmazeutische Qualität tangiert", so Graf.
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