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Verdachtsmeldungen in Deutschland
BfArM sieht ursächlichen Zusammenhang mit Pradaxa-Einnahme
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geht inzwischen davon aus, dass bei den vier an inneren Blutungen (Magen/Darm- oder Hirnblutungen) verstorbenen deutschen Patienten ein kausaler Zusammenhang mit der Einnahme des Gerinnungshemmers Pradaxa (Wirkstoff Dabigatran) als sicher angenommen werden kann.
Das ist einer soeben veröffentlichten Pressemitteilung des BfArM zu entnehmen. Prof. Dr. Walter Schwerdtfeger, Präsident des BfArM, wird mit den Worten zitiert „Eine sachliche Aufklärung der Patienten zu möglichen gesundheitlichen Risiken von Pradaxa ist jetzt dringend erforderlich. Die von verschiedenen Stellen berichteten Zahlen zu Todesfällen im zeitlichen Zusammenhang mit der Einnahme des Arzneimittels sind dabei nur begrenzt hilfreich, da in vielen Fällen noch nicht abschließend geklärt ist, wie weit ein ursächlicher Zusammenhang besteht. Unstrittig ist aber, dass massive Risiken dann bestehen, wenn die Anwendung des Arzneimittels nicht mit der erforderlichen Sorgfalt erfolgt. Ziel muss daher sein, dass Hersteller und Ärzte die vom BfArM bereits im Oktober auf den Weg gebrachten Sicherheitsmaßnahmen konsequent umsetzen, damit Risikopatienten frühzeitig identifiziert werden und eine den Risiken angemessene Behandlung erhalten oder gegebenenfalls von der Behandlung mit Pradaxa ausgeschlossen werden können.“ Wie für andere Gerinnungshemmer gelte aber auch für Pradaxa, dass Patienten das Arzneimittel keinesfalls ohne Rücksprache mit ihrem Arzt abrupt absetzen sollen, da sich dann ihr Risiko erhöht, ein lebensbedrohliches thromboembolisches Ereignis, z.B. einen Schlaganfall oder eine Lungenembolie, zu erleiden. Das BfArM kann anhand der bisher vorliegenden Daten nicht erkennen, dass der Einsatz von Pradaxa mit höheren Risiken verbunden ist als der anderer Gerinnungshemmer. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis wird nach wie vor positiv eingestuft.
Bonn - 16.11.2011, 16:08 Uhr