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Nutzen und Risiko
Jetzt wollen Lancet-Autoren die Statin-Debatte beenden
Desweiteren diskutieren die Review-Autoren die Vorteile von randomisierten klinischen Studien (RCTs) und Metaanalysen auf Basis von RCTs im Vergleich mit Beobachtungsstudien. In Bezug auf die Statin-Therapie hätten Letztere gezeigt, dass nicht weniger als 20 Prozent der mit Statinen behandelten Patienten eine „Statin-Intoleranz“, vor allem aufgrund von Muskelschmerzen und -schwäche, aufweisen. Dagegen habe sich aus randomisierten Studien ergeben, dass eine kausale Beziehung zwischen der Einnahme von Statinen und dem Auftreten dieser muskulären Symptome lediglich bei 10 bis 20 von 10.000 behandelten Patienten pro Jahr besteht.
Die Autoren sind der Überzeugung, dass zukünftige Forschungen zusätzliche Vor- und Nachteile einer Statin-Therapie ergeben können. Sie rechnen jedoch nicht damit, dass sich das bisherige positive Nutzen-Risiko-Verhältnis wesentlich verändert. Aus diesem Grund warnen sie davor, den Nutzen der Statine zu unterschätzen, die Wirkstoffe grundlos abzusetzen und damit das Auftreten von Herzinfarkten und Schlaganfällen zu riskieren.
In einem begleitenden Kommentar sagte Dr. Richard Horton, Chefredakteur von The Lancet, dass die kontroversen Diskussionen der letzten Jahre über die Wirksamkeit und Sicherheit der Statine möglicherwiese die Gesundheit Tausender Patienten in UK gefährdet haben. Denn aufgrund einer negativen Berichterstattung hätten viele Patienten ihr Statin abgesetzt. Horton hofft, dass mit dem nun vorliegenden umfassenden Review, der die beste verfügbare Evidenz zur Statintherapie darstellt, diese Diskussion versachlicht werden kann.
1 Kommentar
Statine
von Dr Schweikert-Wehner am 12.09.2016 um 15:45 Uhr
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