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Wirtschaft
Ratiopharm streicht Stellen
Mutterkonzern Teva auf Sparkurs in Deutschland
Die Überraschung bei den Beschäftigten in Ulm hält sich in Grenzen. Die Größenordnung des Stellenabbaus sei erwartet worden, sagte eine Ratiopharm-Angestellte gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“. Bereits Ende 2017 kündigte der israelische Mutterkonzern Teva einen harten Sparkurs an. Teva habe Schulden von 35 Milliarden Dollar, hieß es damals. Hintergrund sei vor allem die Übernahme des Generika-Herstellers Actavis. Spürbare Einbußen musste der Konzern auch hinnehmen, nachdem er den Patentschutz für das Medikament Copaxone® verlor, das zur Behandlung der Multiplen Sklerose dient. Das von Teva selbst entwickelte Medikament war 1996 auf den Markt gekommen und lange wichtigster Umsatzbringer. Der US-Hersteller Mylan hat inzwischen ein günstigeres Generikum auf den Markt gebracht. Wie Teva-Chef Kåre Schultz mitteilte, wolle man mit den geplanten Unstrukturierungen im Jahr 2018 Einsparungen von drei Milliarden US-Dollar erzielen. Geplant sei die Schließung einer Vielzahl von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, Hauptquartieren und Bürogebäuden auf der ganzen Welt.
Von den insgesamt 53.000 Arbeitsplätzen sollen in den kommenden Wochen und Monaten rund 14.000 wegfallen. In Deutschland sind bis zu 300 Stellen betroffen und damit sinkt die Zahl der Mitarbeiter auf 2400. Diese arbeiten zum Großteil in der Region Ulm. Während ein Abbau im Außendienst nicht vorgesehen ist, wird der Standort Berlin endgültig geschlossen. Von Berlin aus wurde Copaxone® vertrieben.
Am Bau einer 500 Mio. Euro teuren Biotechnologieanlage in Ulm hält Teva aber fest. Hierfür sucht das Unternehmen aktuell 40 Fachkräfte. Auch die 30 offenen Stellen in der Produktion sollen nachbesetzt werden. Bis 2020 sollen sogar bis zu 300 neue Stellen geschaffen werden. |
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