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Wirtschaft
Aus Zur Rose wird DocMorris
Weniger Umsatz und positive Entwicklung beim Ergebnis
Mit dieser Umfirmierung rückt der Kernmarkt Deutschland auch beim Namen in den Mittelpunkt: Zwar hat die Tochtergesellschaft DocMorris ihren Sitz in den Niederlanden, zudem soll der Sitz der Gruppe weiterhin im schweizerischen Frauenfeld bleiben. Der Hauptmarkt von DocMorris befindet sich jedoch in Deutschland. Denn schließlich will sich Zur Rose nach dem kürzlich bekannt gewordenen Verkauf des Schweizer Geschäfts an die Schweizer Migros-Tochter Medbase und dem daraus folgenden Mittelzufluss von rund 360 Mio. Franken im zweiten Quartal dieses Jahres künftig auf das B2C-Kerngeschäft – also das Geschäft zwischen Unternehmen und Endkunden – mit Schwerpunkt Deutschland fokussieren. Damit, so Zur Rose, wolle die Gruppe ihre Position „im 50-Milliarden-Euro-Medikamentenmarkt Deutschland und in weiteren europäischen Ländern stärken“.
Dabei setzt Zur Rose ungeachtet der schleppenden Einführung unverändert große Erwartungen in das E-Rezept. Man erwarte einen beschleunigten Roll-Out in Deutschland ab 2024. Laut Vorstandschef Walter Hess will man in Deutschland künftig auf drei Geschäftsfelder setzen: „Erstens, auf ein profitables Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten und Gesundheits- und Körperpflegeprodukten, zweitens auf das komplementäre Marktplatz-Geschäft für Long Tail-Produkte und Same-Day-Belieferungen sowie drittens auf das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten.“
Gewinnschwelle soll 2024 überschritten werden
Die nun mit dem Geschäftsbericht 2022 vorgelegten Zahlen entsprechen im Wesentlichen den bereits am 19. Januar bekannt gegeben Eckdaten. Demnach lag der Umsatz mit 1,84 Mrd. Franken rund 10 Prozent niedriger als im Vorjahr, während das Unternehmensergebnis mit -171,1 Mio. Franken weniger stark im roten Bereich notierte als noch 2021 (-225,7 Mio. Franken). Das Unternehmen führt diese Entwicklung auf das im zweiten Quartal 2022 gestartete Break-even-Programm zurück, das laut Zur Rose im Geschäftsjahr 2022 schneller vorangekommen sei als geplant.
Inklusive Ergebnisbeitrag aus dem Schweizer Geschäft würde die Gruppe die Gewinnschwelle auf EBITDA-Stufe bereits 2023 erreichen. Ohne Berücksichtigung des Schweizer Geschäfts und unabhängig von der Hochlaufgeschwindigkeit des E-Rezepts in Deutschland soll die EBITDA-Gewinnschwelle 2024 überschritten werden, die mittelfristige EBITDA-Zielmarge gibt das Unternehmen weiterhin mit 8 Prozent an. |
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