Beratungs-Quickie

Opipramol gegen Angstattacken

München - 08.09.2016, 11:30 Uhr

Herzrasen, Atemnot und Schwindel: Typische Symptome einer Panikattacke. Menschenmengen können der Auslöser sein. (Foto: estherpoon / Fotolia)

Herzrasen, Atemnot und Schwindel: Typische Symptome einer Panikattacke. Menschenmengen können der Auslöser sein. (Foto: estherpoon / Fotolia)


Beratungs-Basics

Opipramol zählt zu den trizyklischen Antidepressiva. Im Gegensatz zu den meisten übrigen Vertretern dieser Gruppe, hemmt Opipramol nicht die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin aus dem synaptischen Spalt. Die Substanz wirkt antagonistisch an histaminergen, serotonergen, dopaminergen und α-adrenergen Rezeptoren. Die Effekte von Opipramol sind sedierend, angstlösend und stimmungsaufhellend. Opipramol ist indiziert bei (depressiven) Verstimmungszuständen, die mit Angst, Anspannung, Unruhe und Schlafstörungen einhergehen (generalisierte Angststörungen und somatoforme Störungen).

Die volle antidepressive Wirkung setzt erst nach circa zwei Wochen ein, die anxiolytische Wirkung früher. Gerade zu Beginn der Behandlung ist eine erhöhte Suizidgefahr zu beachten.

Die Hauptdosis sollte aufgrund des Wirkprofils von Opipramol bevorzugt abends gegeben werden, wie hier verordnet. Die Dosis ist vom Arzt individuell für jeden Patienten festzulegen. Ob die Patientin später zusätzlich morgens und/oder mittags eine Dosis einnehmen muss, wird der Verlauf zeigen. 

Die maximal empfohlene Dosierung beträgt dreimal täglich 100 mg Opipramol. Bei älteren Menschen ist gegebenenfalls eine Dosisreduktion notwendig.

Die Kundin soll die zwei Filmtabletten unzerkaut nach dem Abendessen einnehmen. Und zwar regelmäßig jeden Tag. Ihr Befinden wird sich dann von Tag zu Tag bessern. Sie ist auch darauf hinzuweisen, rechtzeitig einen Kontrolltermin bei ihrer Ärztin zu vereinbaren, um unter Umständen die Dosierung anzupassen oder ein Folgerezept zu erhalten. Die verordnete Packung reicht ihr für fünfundzwanzig Tage. Die durchschnittliche Behandlungsdauer beträgt ein bis zwei Monate.

Vor allem zu Beginn der Behandlung können als unerwünschte Wirkungen Mundtrockenheit, eine verstopfte Nase, niedriger Blutdruck und Müdigkeit auftreten. Sie sind kein Grund, die Therapie vorzeitig abzubrechen. Die typischen anticholinergen Nebenwirkungen bessern sich meist im Verlauf der Therapie. Eine Gewichtszunahme tritt lediglich gelegentlich auf.



Manuela Kühn, Apothekerin
redaktion@daz.online


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