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Übrig gebliebene Vakzine
Bislang wenig Impfstoff vernichtet – außer in Bayern
Impfstoffbörse und Nachrücklisten: So soll Verwurf verhindert werden
Um zu verhindern, dass Impfstoff abläuft, haben sich einige Länder spezielle Vorgehensweisen ausgedacht. So schlossen sich die Impfzentren in Hessen zu einer „Impfstoffbörse“ zusammen, über die kurzfristig nicht benötigter oder überzähliger Impfstoff verteilt werden kann. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es Nachrücklisten, um Dosen, die am Ende des Tages übrig bleiben, per SMS an Impfwillige zu vermitteln.
Schleswig-Holstein berechnet den Bedarf der Impfzentren möglichst kurzfristig, um diese dann passgenau zu beliefern. Der Anteil der Impfdosen, die etwa wegen defekter Kühlung vernichtet werden mussten, liege daher im Promillebereich, heißt es aus dem Kieler Ministerium. Auch in Niedersachsen, Thüringen und dem Saarland wurde Impfstoff den Angaben zufolge bislang allenfalls in Einzelfällen weggeworfen.
Rheinland-Pfalz hat nach Angaben des Mainzer Gesundheitsministeriums bisher ebenfalls kaum Impfstoff vernichtet: Wegen Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums wurden lediglich 200 AstraZeneca-Dosen aus dem Verkehr gezogen. Hinzu kommen den Angaben zufolge 490 Impfdosen von Johnson & Johnson, die abgelaufen und verfallen waren. In Nordrhein-Westfalen gehen die Hausärzte für den Landesteil Nordrhein auch nur von einer Zahl im niedrigen dreistelligen Bereich aus.
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Die Hansestadt Bremen hat seit Beginn der Impfungen insgesamt 2.715 Dosen vernichtet, davon 690 AstraZeneca-Dosen allein im vergangenen Monat. Baden-Württemberg hat 4.000 Dosen AstraZeneca entsorgt, weil sie Ende Juli abliefen. In Brandenburg sind sogar schon rund 5.500 Impfdosen verfallen, was nach Ministeriumsangaben allerdings auch lediglich 0,27 Prozent der gelieferten Gesamtmenge entspricht. Das Problem könnte allerdings bald größer werden: Der Hausärzteverband Nordrhein schätzt, dass allein in NRW in den kommenden Wochen etwa 100.000 Impfdosen verfallen werden.
Aus einigen Bundesländer liegen keine aktuellen Zahlen vor: In Sachsen-Anhalt haben weder das Gesundheitsministerium noch die Kassenärztliche Vereinigung einen Überblick über die vernichteten Impfdosen. Aus Berlin und Sachsen gab es auf entsprechende dpa-Anfragen keine Antwort.
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