Apothekerin Lauterbach hat nicht gezögert, die Filialapotheken in anderen Einkaufszentren im Westen und Osten der Stadt am nächsten Morgen wieder aufzumachen. „Wenn im OEZ ein Amoklauf ist, kann ich nicht die anderen Apotheken zumachen“, erklärt sie. Nicht nur in Hinblick auf die Arzneimittelversorgung von Patienten, sondern auch für die Mitarbeiter war die Entscheidung wohl sehr hilfreich – um den Blick nach vorne zu richten.
Ein Ort des Lebens
„Alle sind sehr bewegt – wir haben gesagt, wir reden gerne mit ihnen“, erklärt die Apothekerin. Aber man müsse zusehen, dass es weitergeht. „Wir wollen helfen, aus der Erstarrung rauszukommen“, sagt Lauterbach, deren Mutter die Apotheke im Olympia-Jahr 1972 gründete. „Und man muss den Opfern helfen, die überlebt haben – sie werden ganz schnell vergessen“, ergänzt ihr Mann.
Am Montag war zu spüren, wie sehr sich die Beschäftigen im Einkaufszentrum nun gegenseitig brauchen – vielen standen Tränen in den Augen. Zum Reden, oder um sich spontan zu umarmen und zu trösten. Es sei ein Ort des Lebens, des Handelns, der Kollegialität und Freundschaft, sagte der Geschäftsführer des OEZ bei einer Andacht am Morgen. Sicherlich wird der vergangene Freitag nun für immer zum OEZ gehören – aber auch eine neue Verbundenheit der Mitarbeiter und Kunden.
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