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Gesundheitsversorgung
ABDA: Kassen setzen Grundkonsens aufs Spiel
Aus Sicht der ABDA setzen die Krankenkassen mit ihrem Positionspapier zur Arzneimittelversorgung den Grundkonsens in der Gesundheitsversorgung aufs Spiel: Damit „zeigt der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung einmal mehr, dass er den Kontakt zur Versorgungsrealität der Versicherten offenbar vollständig verloren hat“, erklärt ABDA-Präsident Friedemann Schmidt und signalisiert Kampfgeist.
Schon wieder forderten die Kassen Fremd- und Mehrbesitz bzw. Kettenbildung bei Apotheken, einen Honorarstopp und den Ausbau des Internet-Versandhandels, und schon wieder redeten sie der Zerstörung bewährter Strukturen das Wort, die eine gute und flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln in Deutschland garantieren, so Schmidt. „Sie stellen damit ohne Not den gesellschaftlichen Konsens infrage, dass unsere Gesundheitsversorgung qualitativ hochwertig, wohnortnah und in der kooperativen Verantwortung der Selbstverwaltungsakteure organisiert werden soll.“
Doch damit nicht genug: „Das bisherige Miteinander von Kassen und Heilberufsgruppen soll offenbar einer ‚schönen neuen Welt‘ weichen, in der Gesundheitskonzerne mit ungebremstem Profitstreben dominieren und der Patient seinen Apotheker allenfalls vom Computerdisplay kennt“, kritisiert der ABDA-Präsident weiter. Mit derlei Vorstellungen, die vor allem Ausgabenkürzungen und Leistungseinschränkungen für Versicherte bedeuteten, werde die gesetzliche Krankenversicherung die Herausforderungen des demografischen Wandels sicher nicht bewältigen.
Und zuletzt zeigt Schmidt dem GKV-Spitzenverband die rote Karte und signalisiert Kampfgeist: „Die Apothekerschaft hat bisher immer einen kooperativen Ansatz im Umgang mit den Krankenkassen gesucht. Angesichts der fortgesetzten Angriffe auf unsere Versorgungsstrukturen müssen wir uns jetzt aber fragen, ob dies auch in Zukunft so bleiben kann.“
Berlin - 23.01.2015, 16:15 Uhr