- DAZ.online
- News
- Spektrum
- Von resilienten und ...
Interpharm online 2022
Von resilienten und verzagten Menschen
Optimismus lässt sich lernen
Eine optimistische Grundhaltung sieht auch in der Krise die Chancen. Dabei gehe es nicht darum, so Berndt, sich die Dinge schönzureden, sondern sich nicht auf das Negative zu fokussieren. Man kann sich zum Beispiel von den Katastrophennachrichten des aktuellen europäischen Kriegs erschlagen lassen; man kann aber auch erkennen, dass er den Ausstieg aus fossilen Energien beschleunigen kann und den Wert liberaler Demokratie wieder ins Bewusstsein rückt. Auch die Pandemiesituation habe ihr Gutes, wo Menschen etwa die Vorteile von Homeoffice, virtuellen Treffen und einer allgemeinen Entschleunigung für sich und die Gesellschaft entdecken. Das zumindest zeitweilige Ausblenden von Sorgen sei nicht nur erlaubt, sondern gerade in Krisenzeiten geboten.
Offen bleiben für Veränderungen
Die Anpassung an Belastungen lasse sich im Alltag durch eine offene Haltung gegenüber dem Unerwarteten trainieren. Sich auf Neues und Unvorhersehbares einlassen, neue Dinge auszuprobieren und Routinen zu verändern bezeichnete Berndt als lebensbejahende Neugier, eine Art Flexibilitätstraining für die Seele.
Weitere Ressourcen der Resilienz lägen im Rückblick auf bewältigte Krisen und erlebte eigene Stärke. Fordert man beispielsweise einen schmerzgeplagten Rheumapatienten auf, sich an positive besetzte Situationen eigener Stärke zu erinnern, werden niedrigere Werten auf der Schmerzskala verzeichnet. „Wir tragen ein Riesenpotenzial für Resilienz gegen Krisen und Herausforderungen in uns.“ Um es zu erwecken, brauche es – man ahnt es – Krisen und Herausforderungen. Wer diesen nicht notorisch aus dem Weg geht, erfährt im Laufe des Lebens eine permanente „Stressimpfung“. Diese führe mit den Jahren auch ohne besonderes Zutun zu einer Zunahme der Resilienz.
0 Kommentare
Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.